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Die Spitze  

Spitzartige Haushunde sind die älteste Form des Haushundes in Europa und eine der ältesten Rassen der Welt. Im Mittelalter bis weit in das 20. Jahrhundert hinein waren Spitze vom täglichen Leben auf dem Bauernhof nicht wegzudenken. Sie zeigen keine Neigung zum Streunen und sind als ausgezeichnete Wächter unbestechlich. Die hohen Jagdherren sahen Spitze gerne bei „ihren“ Bauern, da diese nicht nur von sich aus keine Jagdleidenschaft zeigten, sondern sich auch zum Jagen nicht ausbilden ließen. Hingegen berichtet ZIMEN (1992), daß es in Skandinavien Spitze gab, die sowohl zum Wachen als auch zur bäuerlichen Jagd eingesetzt wurden. Nach KRÄMER (2002) bewährte sich der Großspitz auch als „Hütespitz“ für die Nutztiere des Hofes, wobei hier eher das „Behüten und Bewachen“ von Haus, Hof und Vieh gemeint sein dürfte und weniger die klassische Hütearbeit im Feld. Ratten und Mäuse werden vom Spitz nicht geduldet und werden verfolgt. Im Vergleich zum Deutschen Pinscher waren Spitze um die Jahrhundertwende noch weit verbreitet: „Wir brauchen nur einen Schritt auf die Straße zu tun, so wird es sicher nicht lange dauern, daß wir einen spitzartigen Hund zu sehen bekommen, dies mag nun sein wo es will, von Petersburg angefangen, bis Italien hinab“ (STREBEL, 1904).  Diese Auffassung wird dennoch nicht überall geteilt; so beklagt u. a.  TH. HERING in seiner 1875 erschienenen Publikation, dass die Blütezeit der „ächten, guten Spitzer“, vor allem als unverzichtbare Begleiter der Fuhrwerke, vergangen sei. 

Der weiße Großspitz war auf Grund seiner eleganten Erscheinung eher in vornehmen und gutbürgerlichen Gesellschaftskreisen zu finden. An den Küsten der Nord- und Ostsee war ebenfalls weitgehend der weiße Spitzschlag zu finden. Vor allem in Baden-Württemberg hielten sich insbesondere die schwäbischen Weinbauern schwarze Großspitze, deren typische Aufgabe es war, die reifen Trauben in den Weinbergen vor vier- und zweibeinigen Naschern zu schützen. Dadurch erlangte der „Weinbergspitz“ in Süddeutschland Bedeutung.  Der kleinere Mittelspitz stellt die klassische Spitzgröße dar, die wohl in früheren Jahrhunderten der Standard war. Er war bei Handwerkern, Fuhrleuten, Kleinbauern und beim einfachen Volk vor allem als Wachhund verbreitet (Verein für Deutsche Spitze, 1998). Auch Wilhelm Busch greift für seine Witwe Bolte auf einen weißen Mittelspitz zurück. Heute sind Groß- und Mittelspitze ausgesprochene Haus- und Familienhunde und ideale Wächter für Haus und Hof. Die klassischen Haus- und Hofbewacher bellen zwar, beißen aber nicht (ZIMEN, 1992). Ohne aggressiv zu sein teilt der Spitz jede mögliche Gefahr mehr oder weniger lautstark mit. Groß- wie Mittelspitz sind bei langen Wanderungen unermüdliche Begleiter und auch im Hundesport (Agility) sind sie begeistert dabei. Groß- und Mittelspitz werden als intelligent, gelehrig, lebhaft, geflügelfromm, umgänglich, geduldig mit Kindern, robust und witterungsunempfindlich beschrieben. Als Hund, der frei zwischen Haus und Hof wählen kann, eignet sich der Spitz auf Grund seiner Reviertreue und nicht vorhandener Jagdleidenschaft in idealer Weise. Das dem Spitz anhaftende Image des „Kläffers“ stammt aus der Zeit, in der die Hunde frustriert an der Kette lebten mußten– und die hoffentlich bald nicht nur für Spitze vorbei ist. Spitze sind meist recht langlebig und gelten als wenig krankheitsanfällig.












 
   
   
   
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